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Gesetz zur Änderung der Grunderwerbsteuer

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Gesetz zur Änderung der Grunderwerbsteuer

Gesetz zur Änderung der Grunderwerbsteuer

Am 7. Mai 2021 hat das Gesetz zur Änderung der Grunderwerbsteuer den Bundesrat passiert, so dass es am 2. Juli 2021 in Kraft tritt.

Mit dem Gesetz zur Änderung des Grunderwerbsteuergesetzes wird eine grunderwerb­steu­erliche Neuregelung von "Share Deals" verfolgt. Bei einem "Share Deal" erfolgt der Erwerb einer Gesellschaft durch Kauf aller oder fast aller Anteile an einer Personen- oder Kapitalgesellschaft, im Gegensatz zum "Asset Deal", bei dem die einzelnen Wirt­schafts­güter einer Gesellschaft übertragen werden. Werden beim Share Deal Gesell­schafts­anteile einer Gesellschaft übertragen, die Grundstücke besitzt, kann der Erwerb Grunderwerbsteuer auslösen.

Die wesentlichen Änderungen sind:


1. Absenkung der Beteiligungsgrenze von 95 auf 90 Prozent sowie Verlängerung wesentlicher Fristen von fünf auf zehn Jahre

  • Die Beteiligungsgrenze für alle grunderwerbsteuerlichen Ergänzungstatbestände des § 1 Abs. 2a, 3, und 3a Grunderwerbsteuergesetz („GrEStG”) wird von 95 auf 90 Prozent abgesenkt.
  • Der Beobachtungszeitraum des § 1 Abs. 2a GrEStG wird von fünf auf zehn Jahre verlängert. Ferner werden die in den § 5  und § 6 GrEStG festgeschriebenen Behaltensfristen von fünf auf zehn Jahre , teilweise auf fünfzehn Jahre verlängert.

2. Gesellschafterwechsel bei Kapitalgesellschaften (§ 1 Abs. 2b GrEStG – neu)

Bisher galt die Regelung des § 1 Abs. 2a GrEStG nur für Personengesellschaften, wonach eine Übertragung der Anteile an einer grundstückshaltenden Personengesellschaft auf neue Gesellschafter innerhalb von künftig zehn Jahren (bisher fünf Jahre) der Grunderwerbsteuer unterliegt. Diese wird durch die Einfügung des neuen § 1 Abs. 2b GrEStG auf Kapitalgesellschaften ausgedehnt. Danach wird künftig auch eine Übertragung von 90 Prozent oder mehr der Anteile an einer grundbesitzenden Kapitalgesellschaft binnen zehn Jahren der Grunderwerbsteuer unterliegen. Auf die Höhe der Beteiligung der einzelnen Gesellschafter (Anteilsvereinigung) kommt es nicht mehr an. Die mehrmalige Übertragung desselben Anteils geht jedoch nur einmal in die Berechnung der 90 Prozent-Schwelle ein. Relevant sind zudem nur Übertragungen auf Neugesellschafter; Anteilsübertragungen zwischen Altgesellschaftern zählen nicht mit. Bei einer anteilsvermittelnden Kapitalgesellschaft soll eine vollständige Zuordnung gelten, wenn mindestens 90 Prozent der Anteile auf neue Anteilseigner übergehen. Schuldner der Grunderwerbsteuer wird die Gesellschaft sein. Die Steuer bemisst sich nach dem Wert der Grundstücke der Gesellschaft.


Gern beantworten wir Ihre Fragen zur Gesetzänderung.


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Dipl.-Fw. Thomas Hannes

Dipl.-Fw. Thomas Hannes

Pressekontakt Steuerberater Geschäftsführer 030-726150500